Zurück in den Kreislauf

Unser wiederverwertbares T-Shirt im Kompost-Test

Können aus einem T-Shirt Blumen wachsen? Nach einem langen T-Shirt-Leben? Wenn es getragen, geliebt, gewaschen, getragen, gewaschen, und schließlich zum Fensterputzen genutzt wurde? Könnte es dann – also Jahre später – zum Dünger taugen, so es fälschlicherweise in der Umwelt landet? Dieser Frage gingen meine innovativen Kolleginnen nach, die sich mit dem geschlossenen Stoffkreislauf für Non Food Produkte intensiv beschäftigen.

Closed Loop Managerin Tina Dettmer steht das T-Shirt auch ausgezeichnet.

Und hier ist also unser erstes über den gesamten Lebensweg ökologisch optimiertes Männer T-Shirt! Ob es tatsächlich im Kompost zu Erde wird, testeten wir unter anderem bei unserem Kollegen Andreas im Ahrensburger Garten.

Doch beginnen wir am biologischen Anfang: Die Idee für das Projekt ist gemeinsam mit der Studentin Neele Taubhorn aus einer Masterarbeit für Tchibo entstanden, um nicht zu sagen erblüht. Wir freuen uns sehr, dass Neele dafür den Otto-Johannsen-Preis der Hochschule Reutlingen erhalten hat. Tina Dettmer, Closed Loop Managerin, hat das Projekt dann gemeinsam mit dem Produktmanagement fort- und umgesetzt.

Was macht das T-Shirt 100% biologisch?
Oberstes Ziel ist natürlich, dass ein T-Shirt und seine Fasern möglichst häufig wiederverwertet werden. Dafür muss das Ausgangsshirt entsprechend gestaltet sein. Und das ist dieses T-Shirt! Unser wiederverwertbares Männer-T-Shirt wird ab dem 10. Oktober im Webshop und den Tchibo Filialen verkauft und ist zu 100% nach dem strengen Global Organic Textile Standard – kurz GOTS – zertifiziert. Dieser Standard für den Anbau und die Verarbeitung von Bio-Fasern fordert zusätzlich die Einhaltung von strengen Umwelt- und Sozialkriterien entlang der gesamten Lieferkette. Damit das Shirt optimal für die Wiederverwendung im Recycling geeignet ist und im „Falle des Falles“ auch in der Umwelt abgebaut werden kann, wurde statt Nylon ein Tencel-Nähfaden auf Basis von Holz genutzt. Die verwendete blaue Farbe ist nach dem Cradle-to-Cradle®-Konzept des Ökovisionärs Michael Braungart zertifiziert und ebenfalls biologisch abbaubar.

Gesucht: Lösungen für abfallfreies Wirtschaften
Das T-Shirt-Projekt ist nur eines von vielen Ansätzen in unserem Bemühen um mehr Nachhaltigkeit in der Textilproduktion. Am Anfang steht der Baumwoll-Anbau: So haben wir bereits 2015 über 51 Millionen Produkte aus Bio-Baumwolle angeboten – und sind damit drittgrößter Anbieter von Produkten aus Bio-Baumwolle. Ab kommendem Jahr werden alle Tchibo Baumwoll-Produkte ausschließlich aus verantwortlich angebauter Baumwolle bestehen.
Aus Ressourcenschutz-Gründen sollten die Bio-Baumwoll-Textilien nun aber noch lange getragen werden. Denn egal ob kaputt oder nicht mehr im Trend, Gründe warum jährlich Unmengen von Produkten – das betrifft nicht nur Textilien – entsorgt werden, gibt es genug. Mit der Folge, dass jährlich Milliarden Tonnen hochwertiger Stoffe auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlagen landen. In Zeiten sinkender Rohstoffressourcen sind deshalb Lösungen für möglichst abfallfreies Wirtschaften gefragt. Recycelbare Textilien gehören genauso dazu wie Rohstoffe, die immer wieder für denselben Zweck verwendet werden können. Deshalb testen unsere Fachkolleginnen um Tina Dettmer, ob sich für Textilien mit synthetischen Fasern – wie etwa Fließjacken – recycelte Materialien einsetzen lassen. Auch an Ideen wie Langlebigkeits- und Upcyclingservices wird gearbeitet.

Bevor es aber soweit ist, dass Kleidung komplett recycelt werden kann, sind wir Konsumenten gefordert: Auch Sie und ich können dazu beitragen, dass die Lebenszeit von Textilien verlängert wird. Indem Löcher gestopft (wer kann das noch?!), ungeliebte Stücke sinnvoll gespendet werden – und alten, nicht mehr tragbaren Stücken neues Leben, z.B. als Putzlappen, geschenkt wird. Auch durch den Kauf nachhaltig produzierter Produkte werden Ressourcen gespart: Bis zu 435 Liter Wasser können z.B. bei der Produktion eines T-Shirts aus Bio-Baumwolle im Vergleich zu einem herkömmlichen T-Shirt eingespart werden.

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