Entgiftung in der Textilindustrie

Detox-Projekt: Was wir bis jetzt erreicht haben

Im November 2014 hat Tchibo das Detox-Commitment von Greenpeace unterzeichnet. Damit haben wir uns verpflichtet, bis 2020 gefährliche Chemikalien in der Herstellung von Textilien zu verbannen. Was heißt das? Worum geht es bei Detox konkret? Was wurde bis jetzt erreicht? Und welche Herausforderungen liegen noch vor uns?

Ziel des Projekts ist es, dass alle großen textilen Marken- und Handelsunternehmen bis 2020 gefährliche Schadstoffe komplett aus ihren Lieferketten entfernen. Denn bei der Herstellung von Textilien werden häufig viel Wasser sowie gefährliche Chemikalien eingesetzt (in Färbereien, Druckereien, Veredlungsbetrieben). Tchibo stellt sicher, dass gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe am Produkt ausgeschlossen werden. Jedes Produkt wird vor dem Verkauf auf die Einhaltung der Vorgaben untersucht. Aber nicht nur im Endprodukt, sondern auch in der Herstellung ist es wichtig, schädliche Chemikalien zu vermeiden, denn dies schützt die Gewässer und die Gesundheit der Menschen in den Produktionsländern. Das Ziel ist ambitioniert aber auch aus Sicht von Tchibo in der Sache absolut richtig und wichtig. Wir haben nur eine Umwelt und die müssen wir schützen.

Wo die Reise hingeht - Closed Loop

Die Herausforderung
Bei Tchibo stellt vor allem das breite Produktangebot eine riesige Herausforderung dar. Außerdem sind die relevanten Nassprozesse oft nicht in unseren Vertragsfabriken, sondern tiefer in den Lieferketten angesiedelt . Nassbetriebe übernehmen im Produktionsprozess von Textilien besonders wasser- und chemikalienintensive Arbeitsschritte wie zum Beispiel Färben, Bleichen oder Veredeln. Jeder fünfte Nassbetrieb befindet sich dabei in den Produktionsstätten der direkten Geschäftspartner und Produzenten. Mit diesen Betrieben haben wir keine direkten Geschäftsbeziehungen und wir sind über unsere Lieferanten häufig nur ein Kunde unter vielen. Für eine echte Veränderung müssen Umstellungen in der globalen Textilindustrie angestoßen werden. Und genau darauf zielt das Detox-Projekt ab. Alle Akteure in der textilen Lieferkette müssen sich bewegen.

Darstellung der Prozesschritte in der textilen Lieferkette

Was wir bis jetzt erreicht haben
Mit einer Gruppe strategischer Lieferanten, die über 47% der für Tchibo produzierten Textilien herstellen, haben wir Lösungsansätze erprobt und umgesetzt. Im Einzelfall kann man einiges bewirken. Industrieweite Veränderungen anzustoßen ist deutlich schwieriger. Deshalb haben wir 2016 gemeinsam mit der REWE Group und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Qualifizierungsprogramm für chemikalien- und abwasserintensive Produktionsbereiche konzipiert und verabschiedet. Im Rahmen dieses Projektes werden in Bangladesch und China 110 Textilproduzenten darin geschult, wie Färbe- und Waschprozesse gesundheits- und umweltschonender gestaltet und wie gefährliche Chemikalien ersetzt werden können.

110 Textilproduzenten werden geschult, Färbe- und Waschprozesse gesundheits- und umweltschonender zu gestalten.

Zudem wollen wir das mit Hilfe des Programms generierte Wissen (über ein nachhaltigeres Chemikalienmanagement) lokal und innerhalb der Branche verankern. Wir werden unsere neuen Erkenntnisse im Rahmen des Bündnisses für nachhaltige Textilien den anderen Mitgliedern aus Produktion, Marke und Handel sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen zur Verfügung stellen – und dadurch eine noch breitere Wirkung erzielen.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Hier kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>