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Unser Partner RepaNet erklärt Re-Use bei Textilien

Vom Kleiderschrank in den Kleidercontainer und zurück

Kleidercontainer © Caritas Vorarlberg

Die Caritas Vorarlberg sammelt seit jeher Textilien; seit 1996 vor allem über ein landesweites Netzwerk von etwa 400 Containern, die zwischen ein und drei Mal wöchentlich entleert werden. Denn damit sie weitergenutzt werden kann, darf die Kleidung nicht zu lange darin liegen bleiben.

Für jede Kleiderspende gilt: Die Kleidung muss sauber, trocken und in verschlossenen Säcken verpackt sein. Ist ein Container voll, ermöglicht ein kurzer Anruf beim Betreiber die rasche Entleerung. Neben dem Container gelagerte Kleidung wird z.B. durch Regen unbrauchbar und muss entsorgt werden.

Carla Tex © Matthias Sturn

Nun geht es weiter zur Carla Tex: ein einzigartiges Textil-Sortierwerk im Westen Österreichs. Nach dem Ausscheiden von Abfall beginnt hier die Vorsortierung der Kleidung durch so genannte Transitarbeitskräfte: sie öffnen die Säcke und geben z.B. Hosen zu Hosen und Jacken zu Jacken. Transitarbeitskräfte sind am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen, die in einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis Qualifizierung erhalten und bei der Jobsuche am regulären Arbeitsmarkt unterstützt werden.

2019 haben in der Sammlung, Sortierung und im Verkauf von gebrauchten Textilien insgesamt rund 100 arbeitslose Personen temporäre Beschäftigung bei der Caritas Vorarlberg gefunden; 1.643 Tonnen Textilien wurden sortiert. „Die Kleiderspenden sind der Stoff, aus dem ein guter Teil unserer Arbeits- und Qualifizierungsprojekte gemacht sind“, so Borna Krempler, Koordinator für Sachspenden bei der Caritas Vorarlberg. Im Schnitt gelingt bei etwa einem Viertel der Transitarbeitskräfte im Anschluss die langersehnte Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt.

Wenn du deine Kleidung an die Mitgliedsbetriebe von sachspenden.at spendest, unterstützt du damit den sozialen Zweck der Beschäftigung und Qualifizierung von am Arbeitsmarkt benachteiligten Menschen. Über den Abgabestellenfinder findest du rasch eine Spendenmöglichkeit in deiner Nähe.

Im zweiten Schritt wird von fix angestellten MitarbeiterInnen nach Mode, Zustand und Qualität feinsortiert – hier ist viel Erfahrung nötig. Ca. 180 Kleidungs- und Haushaltstextilien-Artikel sind das Ergebnis– von weißen Baumwoll-T-Shirts bis zu Filzhüten. Für bestimmte KlientInnengruppen der Caritas, etwa Flüchtlinge, werden direkt in der Carla Tex Kleidungspakete geschnürt.

CARLA Store Bludenz © Udo Mittelberger

In den vier Vorarlberger carla Shops findet besonders gut erhaltene Kleidung neue BesitzerInnen – von SchnäppchenjägerInnen bis Re-Use-Fans. Sozial besonders Bedürftige kaufen mit carla-Gutscheinen ein. Doch nur allerbeste Gebrauchtkleidung kann die hohen Ansprüche der Inlandsnachfrage befriedigen; was im Inland nicht benötigt wird oder nicht sortiert werden kann wird über etablierte Händler in Länder verkauft in denen der Bedarf und die Nachfrage nach Gebrauchtkleidern höher ist als bei uns. Sämtliche Erlöse (nach Abzug der eigenen Kosten) finanzieren gemeinnützige Caritas-Projekte.

Damit deine Kleiderspende möglichst viel Gutes bewirkt, sollte sie von möglichst hoher Qualität sein. Du hilfst mit wirklich gut erhaltener Kleidung – Stücken, die du auch deiner besten Freundin schenken würdest. So trägst du zur Schonung unserer Ressourcen und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft bei und hilfst gleichzeitig Menschen in deiner Region

Hier findet ihr auch das Interview mit Matthias Neitsch, Geschäftsführer RepaNet und Manuela Schneider, Leiterin Corporate Communications & Corporate Responsibility bei Tchibo über ihre Zusammenarbeit im Bereich Altkleiderverwertung.

 

Über unsere Gastbloggerin:

Irene Schanda engagiert sich für Bewusstseinsbildung rund um die Themen Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung, um den ökosozialen Wandel hin zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise und einem „Guten Leben für Alle“ voranzutreiben. Sie ist bei RepaNet – dem Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich – für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

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