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Produzent und Weforyou Gründer Armin Amirpanah im Interview

Wir stellen vor – die Tchibo/Eduscho Bio-Vliestasche

Vor 1,5 Jahren begannen unsere ersten Gespräche mit weforyou, einem Start-Up für nachhaltige Produkte mit Sitz in Graz. Zusammen mit diesem jungen, dynamischen Unternehmen das von Armin Amirpanah in 2014 gegründet wurde, haben wir eine spannende Reise hinter uns. Zurück blicken kann man nun auf viele Meilensteine wie die laufende Entwicklung des Materials, der Bau einer weiteren, eigenen Produktionsstätte, die Ausgestaltung der Taschen und wir sind stolz auf das Endergebnis: eine Tasche aus 100% Bio-Vlies, aus nachwachsenden Rohstoffen, gentechnikfrei, unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt.

Armin, als Geschäftsführer von weforyou, erklär` uns doch mal eure Philosophie?

Gegründet wurde die weforyou GmbH in Österreich mit der Vision durch Forschung und Entwicklung einen stetigen Wandel von fossilen Rohstoffen zu nachhaltigeren Lösungen voranzutreiben. Dabei wollen wir in erster Linie Produkte schaffen, die unsere Kunden und die Kunden unserer Kunden mit gutem Gewissen kaufen können und das ohne Kompromisse.

… so, wie zB. Bio-Vlies als Rohstoff zu verwenden und daraus Taschen zu machen. Was kann man sich darunter denn genau vorstellen und woher kommen die Ressourcen?

Konventionelle Einweg „Sackerl“ bzw. fast alle Mehrweglösungen bestehen aus erdölbasierten Plastiksorten, die entweder über viele hundert Jahre in den Weltmeeren oder Wäldern nicht abgebaut werden oder in der Müllverbrennung landen, wo diese Taschen neues CO2 verursachen. Andere vermeintlich nachhaltigere Materialien wie Papier sind bei weitem nicht so nachhaltig wie sie scheinen. Das Holz für Papier muss über viele Jahren wachsen bevor es verarbeitet werden kann und wird anschließend mit vielen Chemikalien versetzt.

Bei unseren Taschen ist es erstmals gelungen, eine Biokunststoff-Mehrweglösung herzustellen, die zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen produziert wird. Auf Englisch heißt es ja auch ganz direkt „100% BIObased“, die übrigens in der Müllverbrennung CO2 neutral ist.

Dabei gehen wir sogar einen Schritt weiter und verarbeiten nicht die Stärke aus Mais, sondern greifen auf sehr nachhaltige Pflanzen wie Bitter-Cassava und Zuckerrohr zurück. Wir haben uns für diese Pflanzen entschieden, da beide keine Grundnahrungsmittel darstellen und wir somit auch kein Essen vom Teller anderer in dieses Produkt verarbeiten. Zugleich wächst unser Rohstoff sehr einfach nach und kann jedes Jahr geerntet werden. Als Draufgabe beziehen wir ausschließlich gentechnikfreie Pflanzen und obwohl die Tasche nicht essbar ist, fördern wir mit dieser Tasche auch den gentechnikfreien Anbau. Zugleich ist die Tasche aber genauso widerstandsfähig wie bestehende Mehrweglösungen aus konventionellen Plastiksorten und viel stabiler als zum Beispiel das vorher genannte Papier.

Welchen Weg geht unsere Tasche, bevor sie der Kunde in einer Tchibo/Eduscho Filiale kaufen kann?

Zuckerrohr braucht zum Beispiel viel Feuchtigkeit und Wärme, und diese natürlichen Bedingungen finden wir in Thailand vor, womit der Anbau der Pflanze dort ideal und mit möglichst wenig Aufwand passiert. Von dort haben wir einen kurzen Weg nach China, wo wir unter sozial korrekten Bedingungen das Material produzieren und die Veredelung der Taschen vornehmen. Dabei sind wir sehr stolz als österreichischer Produzent unsere Werte und sozialen Standards nach China mitgenommen zu haben und leisten auch einen Beitrag zur Entwicklungshilfe mit unserer dort neu gebauten, eigenen Produktionsstätte.

Nach der Produktion werden die Taschen per Schiff nach Europa transportiert. Dieses Transportmittel haben wir deshalb gewählt, weil wir uns in der gesamten Wertschöpfungskette auf die Minimierung des CO2 Ausstoßes fokussieren. Um den geringen Anteil der dennoch entsteht auszugleichen investieren wir einen Teil der Erträge in thematisch passende Projekte.

Wie oft lässt sich die Tasche euren Erfahrungen nach verwenden?

Die Tasche ist als Mehrweglösung konzipiert, wird händisch genäht, ist formstabil und somit natürlich sehr oft wiederverwendbar. Die Henkel werden mit einem Kreuzstich verstärkt und die Naht weist für eine Tragetasche eher unüblich hohe 4-5 Stiche / Inch auf, womit die Naht besonders stabil ist. Unser bester Tester ist wohl meine Mutter, die nun seit über einem Jahr mit der ersten Tasche shoppen geht.

Und wenn dann mal das Ende kommt, nach vielfacher Verwendung, wie entsorgt man die Tasche in Österreich am besten?

Ob Biotonne, Restmüll oder in die gelbe Tonne ist von Region zu Region unterschiedlich. Da das Material sowohl kompostiert bzw. auch als Energieträger mit dem anderen Müll verbrannt werden kann, ist es abhängig von der Präferenz der lokalen Müllentsorgung. In den meisten Kommunen ist die Entsorgung in der Restmülltonne bzw. in der gelben Tonne die richtige Wahl, da die Tasche sich ideal eignet für die thermische Energiegewinnung.

Vielen Dank für das Interview!

 

Armin Amirpanah, Geschäftsführer We for you GmbHÜber Armin Amirpanah:

Herr Amirpanah ist als Managing Director verantwortlich für die Unternehmensstrategie der gesamten weforyou Gruppe sowie im Detail zuständig für den Bereich Forschung und Entwicklung. Der in Persien geborene österreichische Staatsbürger startete seine Karriere bereits mit 18 Jahren als selbstständiger IT-Berater und sammelte mehr als 10 Jahre Erfahrung in den Managementebenen von Großkonzernen, worauf seine Expertisen in den Bereichen Produktionsprozessen, Marketing und Sales sowie in internationalen Beziehungen fundieren. Als Gründer hat er die weforyou GmbH innerhalb kürzester Zeit von einem lokalen Händler zu einem internationalen Produzenten und Berater mit fünf Standorten in Europa, Asien und Amerika ausgebaut. Dabei wurde der einstige Quereinsteiger mittlerweile zu einem der führenden Experten in Europa im Bereich der Biopolymere und im Speziellen in der Welt der nachhaltigen Taschen.

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