Lieblingsgetränk Kaffee

Wissenswertes & Fun Facts zum zweit wichtigsten Handelsgut der Welt

Zwar rangiert Öl nach wie vor auf Platz eins der bedeutendsten Handelsgüter, für Österreicher ist der wichtigste Treibstoff aber ein Anderer. Mehr als 90 % unserer Landsleute betrachten Melange, Verlängerten & Co. als Teil des täglichen Lebens. Nur wenige können (oder wollen) sich einen anstrengenden Tag ohne den allgegenwärtigen Energiespender vorstellen.

Hierzulande trinken Mann und Frau von Jahr zu Jahr immer weniger klassischen Filterkaffee. Dieser wird einerseits durch Espresso und Caffè Crema, andererseits von Kapselsystemen abgelöst. Auch gibt es mehr und mehr kleine, „alternative“ Röstereien, die hochwertigen Kaffee erzeugen und diesen als hippes Lifestyle Produkt vermarkten. So gesehen ist Kaffee Teil der (österreichischen) (Jugend-) Kultur.

Aber genug dazu, schließlich wollen wir heute einen Blick jenseits unserer Landesgrenzen werfen.

1. Der Legende nach wurde Kaffee bereits im 9. Jahrhundert „entdeckt“, und zwar in Äthiopien. Einem Ziegenhirten namens Kaldi fiel auf, dass seine sonst äußerst faulen Ziegen, nach dem Verzehr roter Beeren, ungewöhnlich beschwingt agierten. Diese Erkenntnis hatte Kaldi veranlasst sogleich sämtliche Beeren von dem scheinbar belebenden Strauch zu pflücken. Er brachte die ominösen Früchte – wir nennen sie heute Kaffeekirschen – zu einem muslimischen Heiligen. Der Heilige hatte sich zunächst Kaldis Beobachtung schildern lassen, danach machte er sich ans Experimentieren. Wenig später war der erste Kaffee der Welt gebraut.

Lasst uns innehalten und den Ziegen danken.

2. Es sollte etwa 250 Jahre dauern, bis es die neue Wunderkirsche von Äthiopien in den benachbarten Jemen schaffte. Die kleine Stadt Mokka (ja, daher kommt unser „Mokka“) verhalf Kaffee schließlich zur Popularität und diente fortan als Drehscheibe für den Kaffeeexport. Von hier wurde die kostbare Bohne nämlich nach Indien und Europa verschifft. Das erste Kaffeehaus der Welt eröffnete übrigens 1475 in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul.

3. Seit damals hat sich viel getan und Kaffee entwickelte sich zum beliebtesten Getränk der Welt. Jedes Jahr werden rund 500 Milliarden Tassen Kaffee getrunken. Um eine solch astronomische Menge bereitstellen zu können braucht es jede Menge Arbeitseinsatz. Über 25 Millionen Menschen sind weltweit in der Kaffeeindustrie beschäftigt. Das entspricht etwa dem dreifachen der Einwohnerzahl Österreichs.

4. Man braucht 140 Liter Wasser um genug Kaffeebohnen für eine Tasse Kaffee zu produzieren.

5. Kopi Luwak ist der teuerste Kaffee der Welt. Er entsteht, indem die Kaffeebeeren von einer indonesischen Schleichkatzenart verspeist werden. Im Verdauungstrakt der Katze erfolgt eine Nassfermentation durch Enzyme. Das Fruchtfleisch wird aufgenommen, die fermentierten Kerne wieder ausgeschieden. Waschen, rösten und voila, wir haben den teuersten Kaffee der zu bekommen ist – 500 Euro/Kilo sind keine Seltenheit.

6. Arabica Bohnen enthalten nur etwa halb so viel Koffein wie Robusta Bohnen, haben aber einen höheren Säureanteil. Weil die Robusta Bohne im Einkauf billiger ist, haben vor allem günstige Kaffeemischungen einen höheren Robusta-Anteil und somit auch einen hohen Koffeingehalt. Als Filterkaffee zubereitet, wo das Wasser lange Zeit hat, um das Koffein „auszuwaschen“, sind diese Mischungen regelrechte Augenöffner. Aber auch die Röstung spielt eine entscheidende Rolle – je dunkler, desto mehr Koffein wird „rausgeröstet“.

7. Für Kaffeetrinker (und nur Kaffee, keine „Doublechocolatefrappuccinos“ oder Ähnliches) verringert sich das Risiko an Herzerkrankungen, Alzheimer, Prostatakrebs und Diabetes Typ 2 zu erkranken. Auch Leberzirrhosen werden durch regelmäßigen Kaffeekonsum deutlich unwahrscheinlicher. Cheers!

8. In Brasilien gibt es über vier Milliarden Kaffeepflanzen. Ein Drittel des weltweiten Kaffees kommt aus dem Land, in dem der Karneval zuhause ist, und macht Brasilien somit zum größten Exporteur der Erde.

9. Zwischen 1732 und 1734 schrieb Johann Sebastian Bach an seiner „Kaffeekantate“. 1732 residierte Bach in Leipzig, einem Ort wo es eine blühende Kaffeekultur gab. Das Kaffeehaus diente zu dieser Zeit in ganz Europa als kultureller und intellektueller Treffpunkt – und das bereits seit vielen Jahrzehnten. Die Kaffeekantate ist übrigens eine komödiantische Satire über die „Kaffeesucht“, die im 18. Jahrhundert noch als soziales Problem gefürchtet wurde.

10. Kaffeepflanzen werden im Schnitt 50 Jahre alt, manche sogar über 100.

Während ich an diesem Text gearbeitet habe, habe ich drei Espresso getrunken und null Kalorien zu mir genommen. Kaffee hat nämlich keine.

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